Reisebericht - San Antonio, Texas, USA
Um vier Uhr früh begab ich mich auf den Flughafen in Wien um danach mit der Lufthansa nach Frankfurt zu fliegen. Dort angekommen wurde mir versichert, dass mein Gepäck durchgecheckt wird und ich mich nicht darum kümmern muss. Völlig entspannt fuhr ich mit der Bahn zum American Airlines Check-in um mich dort für den Flug nach Dallas anzumelden. Zur Sicherheit fragte ich nochmals nach ob das wirklich mit dem Gepäck klar geht; leider nicht!
Na Prima! Ich musste den gesamten Flughafen zurücklaufen um gerade noch rechtzeitig meinen Koffer zu erwischen. Glück gehabt! Gleich darauf eilte ich wieder zurück um rechtzeitig nochmals einzuchecken… Geschafft!
Nach ein paar eigenartigen Fragen nach einem Zertifikat das meine Selbstständigkeit nachweist (!?!) wurde ich endlich durchgelassen.
An Bord kam sofort das Gefühl auf, dass ich es mit den „Golden Girls“ zu tun hatte. Die Crew war aber trotzdem sehr freundlich und bemüht und das Essen war auch ganz gut.
Die Maschine von American Airlines flog von Frankfurt über England, Island, Grönland, Canada, Cincinnati, Springfield, Atlantic City und abschließend Dallas. Anmerkung: Canada ist einfach riesig!
Zwischenlandung Dallas Fort Worth International
Bevor wir landeten musste ich zwei Formulare für einen Visafreien Besuch in Amerika ausfüllen und unter anderem meine Wohnadresse in Texas angeben.
In Dallas angekommen mussten alle „nicht US-Bürger“ emigrieren, was natürlich ein gewisse Anspannung verursacht, denn wenn es hier ein Problem gibt, wird man schlimmstenfalls verhaftet oder sofort mit dem nächsten Flieger zurückgeschickt.
Der Agent heftete einen grünen Zettel in meinen Pass und hämmerte mir mehrmals ein, diesen Zettel nicht zu verlieren. Desweiteren muss dieser Zettel von einem anderen Agent bei der Ausreise aus Amerika wieder abgenommen werden. Sollte das nicht passieren gibt es mächtige Probleme (siehe Haft oder Ausweisung)!
Nach dem verschärften Sicherheitscheck wurde ich durchgelassen und war sozusagen endlich in Amerika angekommen.
Der Flughafen von Dallas ist angeblich so groß in Manhattan in New York, ist aber trotzdem sehr einfach zu orientieren und alles ist nagelneu! Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich „gleichzeitig“ sechs Flugzeuge starten. Wow!
Da ich vorher ein E-Ticket in Österreich bestellt hatte musste ich mich mit einem Check-in-Automaten beschäftigen. Leider vergeblich, da diese Maschine meinen Pass nicht lesen konnte und desweiteren die Buchungsnummer nicht stimmte (Danke liebes eBookers-Team!). Nach einer kleinen Ewigkeit konnte ich Dank charmanter Hilfe für den Flug nach San Antonio einchecken.
Inlandsflug Dallas - San Antonio
Als ich das American Airlines Flugzeug betrat wurde mir klar, dass es jetzt mit dem Luxus vorbei war. Das war eine sehr alte und mehrmals geflickte Maschine, die mit einem alten Autobus vergleichbar war. Die Düsen klangen für mich nicht gut, möglicherweise war ein Lager kaputt? Der Start war eine Katastrophe da die Maschine plötzlich absackte! Ab diesem Zeitpunkt war niemand mehr entspannt…
Die Sicht auf San Antonio bei Sonnenuntergang war atemberaubend und ich war über die Größe der Stadt etwas überrascht. Später erfuhr ich, dass dies eine der größten Städte Amerikas ist.
Die Landung war der nächste Albtraum: Das Flugzeug sackte ruckartig ab, ich konnte schon Leute und Autos auf den Straßen gut erkennen, aber leider war uns allen nicht klar wo wir landen den es war kein Flughafen geschweige den eine Landebahn in Sicht!
Ich behaupte wir flogen keine zehn Meter über einen Highway bis wir dann eine Landebahn erkennen konnten. Nach der Landung musste jeder, wirklich jeder ausatmen und ein Stoßgebet nach oben schicken.
Etwas später erfuhr ich, dass ein Inlandsflug wie Busfahren ist und diese Art zu landen nennen die Amerikaner „bouncen“. Na dann ist ja alles klar…
Ankunft in San Antonio
Der Flughafen in San Antonio ist sehr alt aber etwas anderes hatte ich nicht wirklich erwartet. Gott sei Dank wurde ich gleich von meinem Kumpel Igor aufgelesen. Nach 24 Stunden on Tour war ich einfach zu müde um noch erste Eindrücke Amerikas zu sammeln.
Im Haus angekommen war ich auf jeden Fall von der Größe beindruckt. Die Küche ist wie bei Tim Taylor dem Heimwerker-King und das Wohnzimmer hatte sicher 60m². Interessanterweise war der Weihnachtsbaum schon voll aktiviert, dass auf mich etwas eigenartig wirkte. Später wurde mir aber gesagt, dass das völlig normal sei, da das eigentliche Weihnachten schon nach Thanksgiving losgeht.
Die erste Nacht war ziemlich eigenartig: Obwohl ich hundemüde war kam mir die Nacht dreimal länger vor als in Österreich. Desweiteren habe ich mich von der Klimaanlage im Haus verkühlt. Am nächsten Morgen war ich superfertig, hatte Halsschmerzen und einen ordentlichen Jetlag.
Tag 1 - San Antonio
Da meine Freunde arbeiten mussten war ich den ersten halben Tag alleine. Somit entdeckte ich erstmal die Nachbarschaft. Die ganze Siedlung war neu, sehr schön und lag in den Suburbs von San Antonio. Die Suburbs entstanden nach und nach rund um Downtown (Stadtmitte) von San Antonio. Mir wurde gesagt, dass die Professionals (Berufstätige) es bevorzugen etwas außerhalb zu wohnen.
Die Häuser sehen ganz nett aus und kosten zwischen 180.000$ – 220.000$ Man sollte aber nicht vergessen, dass das Bretterbuden sind und nicht mal annähernd mir europäischen Häusern zu vergleichen sind.
Interessant ist auch, dass diese Siedlungen von einem einzigen Bauunternehmen realisiert werden und nach Errichtung verkauft werden.
Alles ist Standard: Jedes Haus in San Antonio ist beige! Die Badezimmer sehen alle gleich aus, sowie die Teppiche! Will man etwas anderes, muss man aufzahlen – Das sind dann die „Customized Homes“.
Mein erstes „kulinarisches Erlebnis“ war ein italienisches Restaurant. Leider nicht annähernd mit unserem Standard vergleichbar. Irgendwie war die Lasagne eigenartig gewürzt. Aber der Salat war ganz lecker.
Wir holten die Kinder von den Tagesstätten ab und ich sah zum ersten Mal einen echten Schulbus.
Tag 2 - Shopping!
Den nächsten Tag verbrachte ich in einer Shopping Mall. Ich hatte ein leckeres Frühstück in einem French Bistro mit herrlichen Blueberry Muffins und einem gut schmeckenden Cafe.
Etwas nervig ist, dass die Stores die Kunden mit allen Sinnen verführen. Die ganze Luft ist parfümiert und sogar auf den riesigen Parkplätzen lief Weihnachtsmusik. Für meinen persönlichen Geschmack war das etwas zu kitschig.
Etwas später besuchte ich den Legenderen „Wallmart“. Dieses Geschäft ist mit absolut nichts in Österreich vergleichbar. Einfach riesig! Alleine die Obstabteilung ist so groß wie bei uns ein Billa.
Man bekommt bei Wallmart fast alles – möglicherweise sogar Autos…. Die etwas älteren oder „molligeren“ Einwohner fuhren mit einer Art „Golfwagen“ durch das Geschäft.
Die Preise sind unglaublich günstig. Levis-Jeans kosten in Österreich ca. €100,- und in Texas bekommt man eine Hose für umgerechnet €12,- Das zahlt sich aus.
Die Autos sind auch um einiges größer als bei uns. Ein Pickup in „Klein-LKW-Größe“ ist etwas völlig normales und ich hatte den Eindruck, dass ein Hummer oder ein BMW x5 Frauenautos sind. Eine Gallone Sprit kostet ja nur $3,50 da kann man sich sowas schon eher leisten. Ich persönlich war von den Nissan und Toyota Kreationen fasziniert, die es in Europa einfach nicht gibt – Tipp: „Nissan Infinity“.
Tag 3 – River Walk - Downtown - San Antonio
Am nächsten Tag fuhr ich mit Igor nach Downtown da er dort idealerweise bei der Community als IT-Manager arbeitet.
Er zeigte mir den „River Walk“ und ein reiches, sehr edles Viertel wo früher mal Künstler wohnten.
Ich machte mich auf eigene Faust auf den Weg um den „River Walk“ zu entdecken. Der River Walk ist ein Fluss der rund um Downtown von San Antonio fließt. Wenn man sich danach orientiert kann nichts schiefgehen. Es gibt wunderschönes Cafes und Bars, sowie das berühmte Hardrock-Cafe.
Man hat die Möglichkeit vom Riverwalk jederzeit nach oben zu gelangen um auf den Straßen weiterzugehen.
Ich versuchte einen Kaffee bei Starbucks zu genießen und beschäftigte mich mit guter Musik, da direkt ein CD Laden dabei ist. Das Computersystem war sehr interessant. Man hörte sich die Songs an, konnte Sie auf eine Chipkarte speichern und bei gefallen konnte man sich ganz legal eigene CD’s zusammenstellen.
Auch sehr sehenswert ist Alamo eines der ältesten mexikanischen Gebäude in Downtown.
San Antonio ist ja nur einen Steinwurf von Mexico entfernt, besser gesagt war San Antonio einmal Mexico und unter anderem war es auch einmal in Besitz von Frankreich. Das sieht man auch an den Leuten, da sehr viele Mexikaner den Weg kreuzen. Eigentlich wirkte San Antonio nicht gerade sehr amerikanisch auf mich. Die Leute wirkten besonders freundlich auf mich und ab und zu grüßte auch jemand.
Am Abend gingen wir in ein Pub names „Flying Saucers“ (Fliegende Untertassen), das mit Hooters vergleichbar ist. Ich war in bester Gesellschaft mit Emigranten von Bosnien, das übrigens ein sehr geselliges Völkchen ist…
Tag 4 – River Walk - Downtown - San Antonio
Am nächsten Morgen hatte ich in einem mexikanischen Teil von San Antonio ein herrliches Frühstück. Normalerweise verirrt man sich als Tourist dort nicht hin, aber ich hatte Glück dass ich das Taco-Taco kennenlernen durfte. Diese „Frühstücksbar“ sah zwar heruntergekommen aus, aber es war pump voll und ich hatte dort die besten Tortillas Amerikas!
Danach besuchte ich das River Center Mall in Downtown. Das ist ideal für Leute die auf kitschiges Weihnachten stehen. Die Größe des Einkaufszentrums ist natürlich beeindruckend und speziell das Herz sozusagen die Mitte des Centers ist sehenswert. Es fließt nämlich der Fluss hindurch…
Mittags war ich zu einer Geburtstagsfeier in einem italienischen Restaurant eingeladen. Die Anwesenden Personen waren alle liebenswert und sehr höflich. Besonders gut gefiel mir, dass so viele verschiedene Nationen an einem Tisch saßen: Österreich, Bosnien, Argentinien, Afrika, Amerika, Mexico, Puerto Rico… Ich liebe den Mix der Nationen und ganz besonders, dass diese Art zu leben völlig normal ist, ohne dass man doof angeguckt wird, wenn man anders aussieht.
Ganz nett ist auch der Brauch, dass das Geburtstagskind eine Eisschale rumreicht, damit jeder einen Löffel davon nimmt.
Etwas später überraschte uns der Regen auf dem Weg nach Hause. Unglaublich aber Wahr:
Es gab wegen diesen Regen unzählige, schwere Unfälle. Ein Pickup flog direkt vor unseren Augen vom Highway. Selbst mein Kumpel hatte einen kleinen Blechschaden weil ein Hintermann auffuhr. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass die Amerikaner bei Regen etwas überfordert sind. Was machen die dann bloß bei Schnellfall???
Am Abend wollte ich die Clubs bzw. das Nachtleben in San Antonio kennenlernen. Es waren eine Menge Touristen am Riverwalk in Downtown. Die Pubs und Bars hatten geöffnet und der Weg um den Fluss war mit Kerzen und Weihnachtsdekorationen beleuchtet.
Wenn man die Clubszene in Europe gewöhnt ist, wird man wohl eher von San Antonio endtäuscht sein, da einfach nirgends was los war. Es war wirklich fad. Ganz lustig war ja, dass die Leute auf der Tanzfläche tatsächlich einen Squaredance machen d.h. sie tanzen möglichst gleiche Figuren zu einem z.b. HipHop-Song. Sehr eigenartig…
Nachdem in vier verschiedenen Clubs kaum was los war und ein Großteil der Touristen schon stockbesoffen war (You want to fight, he?), haben wir dann abgebrochen.













